SpanSet GmbH & Co. KG Anerkannte Regel der Technik: VDI Richtlinie 2700 überarbeitet

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: SpanSet

Als Ende der 70er-Jahre der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) die erste Richtlinie zur Transportsicherung von Fahrzeugen veröffentlichte, lagen SUVs, Hybrid- und Elektrofahrzeuge noch in weiter Ferne. Mittlerweile variieren das Gewicht und die Reifengröße der Fahrzeuge erheblich, was neue, variablere Ladungssicherungshilfsmittel erforderlich macht. Auch eine Überarbeitung der entsprechenden Richtlinie VDI 2700 Blatt 8 war in diesem Zusammenhang längst überfällig. Im Rahmen des Symposiums »Transportsicherung von Pkw und Lkw« hat der Ladungssicherungsspezialist SpanSet die überarbeitete Richtlinie genauer beleuchtet und in beeindruckenden Fahrversuchen die Ladungssicherungssysteme »CarFix« und »TruckFix« in den Fokus gerückt. Ort des Geschehens war das Testing Center in Aldenhoven.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die SpanSet-Geschäftsführer Andreas Höltkemeier und Patrick Schulte ging es direkt ans Eingemachte: Hans-Josef Neunfinger, Arbeitskreisleiter VDI Blatt 8 ff., erklärte, was genau es mit der VDI Richtlinie 2700 auf sich hat. Diese beschreibt allgemein das Thema Ladungssicherung und wurde im Laufe der Jahre durch weitere Richtlinien ergänzt. Insgesamt gibt es rund 22 Richtlinien, die sich mit der Ladungssicherung als solche beschäftigen, darunter zum Beispiel Richtlinien zum Transport verschiedener Ladungen wie Papier, Getränken – oder eben Fahrzeugen. Dabei betonte Neunfinger, dass es sich bei der VDI zwar nicht um eine Norm handle, es aber auch keine vergleichbare Norm gebe: »Insofern gilt dann diese Richtlinie als anerkanntes Regelwerk der Technik. Und für jeden, der sich auf der Straße bewegt, sind diese Richtlinien rechtlich verbindlich.«

Änderungen festgelegt

Voraussichtlich im September dieses Jahres wird der Weißdruck der neuen VDI-Richtlinie 2700 (Blatt 8, 8.1 und 8.2) veröffentlicht. Dann gilt ihr Inhalt als anerkannte Regel der Technik. Es geht darum, wie Pkw sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge auf Transportern zu sichern sind beziehungsweise welche technischen Bedingungen Zurrsysteme, Fahrbahnbleche und Radvorleger erfüllen müssen. »Die bisherige Richtlinie aus dem Jahr 2009 war nicht mehr zeitgemäß und wurde in wesentlichen Punkten ergänzt und aktualisiert.«

Die VDI 2700 definiert nun zum Beispiel die Festigkeit, die gelochte Fahrbleche aufweisen müssen, auf denen die Fahrzeuge stehen und in deren Löchern die Zurrgurte mittels Haken befestigt werden. Auch die Deformationsgrenzen für Radvorleger sind in der neuen Fassung festgelegt. Ebenso werden Prüfungsvorgaben zum Zusammenspiel von Zurrgurt, Blech und Radvorleger formuliert. Künftig muss zudem der Eta-Wert auf dem Etikett des Controllers ausgewiesen sein. Er gibt an, wie viel von der Vorspannkraft des Zurrgurtes auf der anderen Seite des Reifens ankommt. Auch zum Thema Controller gibt es eine Überarbeitung: »Er muss jetzt mindestens so lang sein wie der halbe Radumfang des transportierten Fahrzeugs. Das soll verhindern, dass der Gurt die Radoberfläche berührt, was die Kraftübertragung ausbremst«, so Neunfinger.

Der um 360 Grad drehbare »Snake-Hook« ist am Losende und  als freilaufender Haken einsetzbar.

Keine Übergangsfrist

Eine Übergangsfrist wurde nicht eingeräumt. »VDI-Richtlinien kennen keine Übergangsfrist«, erklärt der VDI-Sprecher. »Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass bei der Ladungssicherung die anerkannten Regeln der Technik zu beachten sind. Aus VDI-Sicht kann ich nur sagen: Was die neue Richtlinie 2700 Blatt 8, 8.1 und 8.2 beschreibt, das ist die anerkannte Regel der Technik«, so Neunfinger. Auch Thorsten Ludwig vom TÜV SÜD wies in seiner Präsentation auf die Besonderheiten der VDI Richtlinie hin: »Es gibt keine Übergangsfrist und keinen Bestandsschutz. Diese Richtlinie gilt für alle Fahrzeuge, die ab Erscheinungsdatum auf deutschen Straßen fahren. Ob das Auto zwanzig Jahre alt ist oder gerade frisch vom Band kommt, die Richtlinie gilt für alle Fahrzeuge, die am Markt sind – für Privatpersonen und Gewerbetreibende. Es gibt keine Ausnahmen.«

Sicher transportieren

Im Dialog mit Kunden und auf Grundlage von umfänglichen Testreihen hat SpanSet die neuen »CarFix«- und »TruckFix«-Zurrsysteme entwickelt, die den aktuellen Anforderungen an die Fahrzeugsicherung entsprechen. So soll die optimierte Kraftverteilung in Kombination mit den Verbindungselementen die Fahrbahnbleche schonen, während die leistungsstarken Ratschen die Vorspannkraft erhöhen. Der Gurtbandcontroller sorgt für eine hohe Kraftübertragung. Verschiedene Ausführungen der einzelnen Komponenten sind miteinander kombinierbar:  Neben den Standardausführungen können die unterschiedlichen Ratschen, Verbindungselemente und Controller individuell zusammengestellt werden, um für jeden Fahrzeugtyp einen sicheren Transport zu gewährleisten.


Für die Pkw-Sicherung stehen dem Anwender im »CarFix«-System zwei unterschiedliche Druckratschen zur Auswahl. Das Standardsystem besteht aus einer kompakten Ratsche für enge Platzverhältnisse mit dem bewährten Wirbelhaken. Optional steht eine Ausführung mit dem neuen »Base Clamp« zur Verfügung, der speziell für Fahrzeugtransporter entwickelt wurde. Der Haken schont das Fahrbahnblech und vermeidet Beschädigungen durch hohe Krafteinwirkungen, wie SpanSet erläutert. Für schwere Lasten bietet SpanSet die »TruckFix«-Druckratsche an, die mit einem langen Ratschenhebel für hohe Vorspannkräfte ausgestattet ist. Diese ist zudem optimal auf das »TruckFix«-Zurrsystem abgestimmt. Mit einer LC von 2 500 daN sorgt sie auch bei schweren Fahrzeugen für sicheren Halt.

Für hohe Belastungen

Neben dem Haken an der Druckratsche wird das Zurrsystem an zwei weiteren Punkten an dem Lochblech des Fahrzeugtransporters befestigt. Zur sicheren Befestigung stehen hier verschiedene Verbindungselemente zur Verfügung. In der Standardausstattung werden »CarFix« und »TruckFix« mit zwei Wirbelhaken ausgestattet. Optional sind zudem Varianten mit dem »Snake-Hook« und »45-Hook« möglich, die deutlich schonender für das Lochblech sind. Der um 360 Grad drehbare »Snake-Hook« ist am Losende und als freilaufender Haken einsetzbar. Durch seine Form erreicht er eine große Kontaktfläche zum Blech, was für eine optimale Krafteinleitung sorgt, sodass auch bei hohen Belastungen Beschädigungen an den Lochblechen vermieden werden. Der »45 Hook« bietet dieselben Vorteile, wird jedoch ausschließlich freilaufend am Losende verbaut.

 

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