BG Bau - Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Mit System zum Arbeitsschutz

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: BG Bau

Als eine der größten Berufsgenossenschaften Deutschlands betreut die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) mehr als 3 Millionen Versicherte in rund 584 000 Betrieben und ca. 60 000 privaten Bauvorhaben. Im Fokus steht die Förderung der Arbeitssicherheit sowie des Gesundheitsschutzes im Betrieb und am Arbeitsplatz. Denn für die BG Bau steht fest: Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sind der beste Schutz vor Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Daher bietet die Berufsgenossenschaft unter anderem verschiedene Schulungen und Seminare rund um das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz an. Neben dem branchenspezifischen Arbeitsschutzmanagementsystem »AMS Bau« steht Mitgliedsunternehmen ein Fördermittelkatalog, der kürzlich um eine neue Arbeitsschutzprämie erweitert wurde, zur Verfügung.

Bei »AMS Bau« handelt es sich um ein Arbeitsschutzmanagementsystem, das sich jetzt noch mehr an der betrieblichen Praxis orientieren soll. Es basiert auf dem Nationalen Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme und ermöglicht, Sicherheit und Gesundheit rechtskonform in die betrieblichen Abläufe zu integrieren. Im Rahmen des »AMS Bau« bietet die BG Bau eine freiwillige und kostenlose Überprüfung der Wirksamkeit der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation an. Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Unternehmen eine Bescheinigung über »AMS Bau«, die drei Jahre gültig ist.

Elf Schritte zum Arbeitsschutz

Mit dem »AMS Bau« soll es Unternehmen erleichtert werden, die Arbeitsschutzorganisation im Betrieb systematisch aufzubauen und zu optimieren. Begonnen wird mit einer Bestandsaufnahme. Damit bekommen Unternehmen einen Überblick über die bereits vorhandenen Arbeitsschutzstrukturen. Mit den dann folgenden elf Arbeitsschritten können die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz systematisch implementiert oder verbessert werden.

Bei jedem dieser Arbeitsschritte werden die Unternehmen durch integrierte Handlungshilfen unterstützt. Mit einer genauen Anleitung und anschaulichen Materialien werden sie Schritt für Schritt an die Vorgaben zum prozessorientierten betrieblichen Arbeitsschutz einschließlich der gesetzlich erforderlichen Dokumentation herangeführt. Unternehmen können so nicht nur überprüfen, wie wirksam die Arbeitsschutzorganisation im Betrieb ist, es lassen sich auch die Arbeitsschutzkompetenz und die Zufriedenheit der Beschäftigten erhöhen.

An neue gesetzliche Vorgaben angepasst

Die Grundstruktur des neuen »AMS Bau« entspricht der Vorgängerversion aus dem Jahr 2015. Das System wurde aber an geänderte gesetzliche Vorgaben angepasst, wie die BG Bau erläutert. Die Inhalte der Dokumente sind in prozessorientierte Handlungshilfen überführt und um einige Verfahrensanweisungen erweitert worden. Zusätzlich kann das »AMS Bau« um die international gültige DIN ISO 45001 »Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit« ergänzt werden. Im Rahmen des »AMS Bau« kann die Berufsgenossenschaft die jeweilige Selbsterklärung zur Umsetzung der DIN ISO 45001 überprüfen und mitbescheinigen, was insbesondere für weltweit tätige Unternehmen interessant sei. Bis zum 31. Dezember 2023 sind Wiederbegutachtungen noch nach dem bisherigen Konzept von 2015 möglich. Wenn eine Wiederbegutachtung im Jahr 2024 stattfindet, sowie bei Erstberatungen im Jahr 2023, wird nach dem neuen »AMS Bau«-Konzept verfahren.


Mit Knie-Sitzgeräten den Rücken schonen

Ein wichtiger Faktor im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes sind die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und geeignete Hilfsmittel, die den Bewegungsapparat während körperlich anspruchsvoller Tätigkeiten entlasten. In diesem Rahmen hat die BG Bau ihren Fördermittelkatalog erweitert und bietet nun Finanzierungshilfen für Knie-Sitzgeräte an. Denn in vielen Bauberufen arbeiten Beschäftigte im Knien, was die Kniegelenke und die dazugehörigen Strukturen sowie die Rückenmuskulatur stark belastet. Eine Überbelastung kann zu Erkrankungen der Knie oder des Rückens führen.

Knie-Sitzgeräte sorgen bei bodennahen Tätigkeiten für einen offenen Kniewinkel und damit für eine bessere Versorgung des Knorpelgewebes. Indem die Nutzerinnen und Nutzer das Schienbein auflegen und damit den Fuß abstützen können, werden die Kniegelenke und Zehenwurzelgelenke zusätzlich entlastet. Die Knie-Sitzgeräte ermöglichen außerdem eine aufrechtere Oberkörperhaltung. Einige Geräte verfügen sogar über eine Stütze, auf welcher der Oberkörper abgelegt werden kann. Das schafft Erholungszeiten für den Rücken.

Den Stand der Technik immer im Blick haben

Um Unternehmen und die Beschäftigten zusätzlich zu unterstützen, hat die BG Bau neue Onlineschulungen im Programm. So bietet zum Beispiel das neue Seminar »Grundlagen im Arbeitsschutz« eine kompakte Einführung zur arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Organisation im Betrieb. Es unterstützt Mitgliedsunternehmen der BG BAU außerdem dabei, das passende arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuungsmodell zu finden.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Methoden oder technische Fortschritte sorgen darüber hinaus dafür, dass sich der Arbeits- und Gesundheitsschutz ständig weiterentwickelt. In der Onlinereihe »60 Minuten mit ­Experten« ­bietet die BG Bau daher regelmäßige Updates. In den fast täglichen Vorträgen erklären Experten und Expertinnen in 60 Minuten, was der aktuelle Stand der Technik ist. Dabei beantworten sie Fragen aus dem Arbeitsalltag. Sichere Gerüste für Dacharbeiten, Ladungssicherung sowie ergonomisches Arbeiten am Bau sind dabei nur einige Themen der Vortragsreihe. Sie richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte sowie Multiplikatoren, wie Fachkräfte für Arbeitssicherheit. 

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