Auf dem Bau haben sich die modernen Energiespeicher durchgesetzt. Mit ihrer wachsenden Verbreitung steigt jedoch auch die Verantwortung der Anwender. Denn beschädigte Lithium-Akkus können ihre Energie unkontrolliert in Form von Wärme abgeben. Besonders kritisch ist dies während des Ladevorgangs, wenn zusätzliche Hitze entsteht. Wird der Schmelzpunkt des Lithiums überschritten, kann ein sogenannter Thermal Runaway ausgelöst werden. Die Folge ist ein innerer Kurzschluss, der schließlich zu einem Brand führen kann. Wirksamen Schutz bieten Ladeschränke wie die der »Ion-Line« von Asecos.
Sichere Lagerung, erhöhter Brandschutz
Spezielle Sicherheitsschränke sind in der Lage, Brandentwicklungen im Inneren des Schrankes für einen bestimmten Zeitraum effektiv einzudämmen. Als Typ-90-Modelle erfüllen sie die baulichen Anforderungen an feuerbeständig abgetrennte Bereiche (F90) und gelten diesen als gleichwertig. Damit bieten sie eine geprüfte und technisch aktuelle Lösung für das sichere Lagern und Laden der Akkus. Das zentrale Schutzziel solcher Schränke liegt jedoch weniger im Schutz der eingelagerten Batterien bei einem externen Brand, sondern vielmehr im Schutz der Umgebung bei einem Thermal Runaway. Um hierfür ein zuverlässiges Sicherheitsniveau zu bieten, sollten Batterieladeschränke neben der 90-minütigen Brandprüfung von außen gemäß DIN EN 14470-1 auch eine Brandprüfung von innen absolviert haben, etwa angelehnt an die DIN EN 1363-1. Erst die Kombination aus beiden Prüfungen bildet die sicherheitstechnische Grundlage für diese Schränke und sollte vom Hersteller eindeutig dokumentiert werden. Auch die »Ion-Line«-Schränke verfügen über den doppelten Brandschutz von 90 Minuten. Diese Zeitspanne ist entscheidend, um Rettungskräfte zu alarmieren und Mitarbeiter rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Modelle »Ion-Line Pro« und »Ultra« sind zudem nach dem neuen VDMA-Einheitsblatt 24994:2024-08 zertifiziert.
VDMA 24994: Eine neue Prüfgrundlage
Das VDMA-Einheitsblatt 24994:2024-08 legt klare Prüfanforderungen für feuerwiderstandsfähige Batterieladeschränke fest. Zusammen mit den etablierten Feuerwiderstandsprüfungen definiert es den aktuellen Stand der Technik. Kern der neuen Prüfung ist ein Realbrandversuch: Die derzeit energiedichtesten handelsüblichen Lithium-Batterien werden im Schrank gezielt zum Thermal Runaway gebracht. Dabei entsteht eine Kettenreaktion, bei der die Zellen ausgasen, sich entzünden und teilweise explosionsartig zerplatzen bei kurzzeitigen Temperaturen von über 700 °C im Innenraum. Diesem Szenario muss der Schrank vollständig standhalten, ohne dass Flammen oder Splitter nach außen dringen. Auf die bestandene Prüfung folgt ein Audit der Fertigungsstätte, erst danach wird der Schrank zertifiziert. Nur die Zertifizierung bestätigt die Konformität der Prüfung und des Produkts gemäß VDMA 24994:2024-08.
Sicherheitsrelevante Ausstattung für die Praxis
Feuerwiderstandsfähige Batterieladeschränke sollten grundsätzlich mit Branddetektion und Alarmweiterleitung ausgestattet sein. Das ist besonders wichtig, weil Lithium-Akkus häufig unbeaufsichtigt geladen werden, z. B. nachts oder am Wochenende. Auch auf Baustellen ist das gängige Praxis, um am nächsten Tag wieder voll einsatzfähige Geräte zur Verfügung zu haben. Gerade dann können eine frühe Branddetektion und eine zuverlässige Alarmweiterleitung entscheidend sein, um Gefahren umgehend zu erkennen, Einsatzkräfte schnell zu informieren und die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten.
Die »Ion-Line«-Schränke lassen sich dank Transportsockel und schnelllösenden Steckverbindungen im Ernstfall einfach evakuieren. Einsatzkräfte können so entscheiden, ob sie den Brand im Schrank im Gebäude löschen oder dafür ins Freie bringen. Integrierte Ladevorrichtungen schalten bei einem Brand automatisch ab, um zusätzliche Hitze zu vermeiden. Geprüfte, isolierte Fachböden mit Brandschutzmaterial verhindern die Brandausbreitung von einer Lagerebene zur nächsten, die sogenannte Propagation. Ein effizientes Abführen der Ladeabwärme und eine schnelle Rauchdetektion sind weiterhin gewährleistet. Die Modelle »Ion-Line Pro« und »Ultra« verfügen zudem über eine Türkonstruktion mit Drei-Punkt-Verriegelung.