Persönlicher Schutz Aktuelles

MSA Safety: Wie Zusammenarbeit Abstürze aus der Höhe verhindert

Angesichts der heutzutage verfügbaren fortschrittlichen Absturzsicherungssysteme, der Persönlichen Schutzausrüstung und der weitreichenden Erkenntnisse zur Risikominimierung müsste es zu deutlich weniger Unfällen bei Arbeiten in der Höhe kommen. Aber bei der Sicherung der Mitarbeiter während der Erledigung von deren Aufgaben auf erhöhten Arbeitsplätzen kommt es auf die Rolle eines jeden einzelnen Beteiligten an.

Um die Arbeit auf der Baustelle bestmöglich zu sichern, bedarf es einer gut funktionierenden Sicherheitskette, die aus vielen Gliedern besteht. Simon Platzer, Leiter der Geschäftsentwicklung für Absturzsicherung (Mittel- und Osteuropa) bei MSA, erklärt, wie Planer, Bauunternehmer, Systeminstallateure und Endanwender gemeinsam maßgeblich zur Entwicklung von Systemen beitragen, die helfen, schwere oder tödliche Verletzungen zu vermeiden. Die korrekte Spezifikation, Installation und Verwendung eines Absturzsicherungssystems kann Leben retten.

Arbeitsschutz in Deutschland: Aktuelle Trends

Die Arbeitsschutzgesetze und -praktiken sind in Deutschland gut verankert und umfassend, und sie ähneln weitgehend den in ganz Europa und in Großbritannien geltenden Normen. Dennoch kann ihre Anwendung in der Industrie noch verbessert werden. Die Einhaltung vorgegebener Spezifikationen für Schutzausrüstung, die Schaffung angemessener Finanzrahmen für Sicherungssysteme, die korrekte Risikobewertung, das Verständnis der Eignung und der Qualität unterschiedlicher Ausrüstungen und Schulungen zur Entwicklung der Nutzerkompetenz gehören zu den anstehenden gemeinsamen Aufgaben Deutschlands und der übrigen EU. Auf Regulierungsebene erwarten die deutschen Arbeitsschutzbehörden von den Unternehmensleitern die Erfüllung der gesetzlichen Sicherheitsvorgaben. Dennoch sind die rechtlich durchsetzbaren Haftungsgrenzen bei Verstößen, selbst mit Todesfolge, deutlich niedriger als in Ländern wie Großbritannien.

Die fünfthöchste Verletzungsrate der Zone

Laut der HSA-Krankheits- und Todesfallstatistik für 2016 bis 2017 hat Deutschland mit 0,97 Todesfällen pro 100 000 Arbeitnehmer eine der niedrigsten Todesfallraten in der EU15-Zone, nur geringfügig höher als Großbritannien mit 0,83. Allerdings erlitten 2019 von 100 000 Arbeitern mehr als vier Verletzungen, womit Deutschland die fünfthöchste Verletzungsrate der Zone aufweist. Nur Luxemburg, Spanien, Frankreich und Portugal hatten eine schlechtere Bilanz. Beunruhigenderweise sind laut der Europäischen Befragung über die Arbeitsbedingungen 2015 (EWCS) 18 Prozent der deutschen Arbeitnehmer der Meinung, dass ihre Arbeit ihre Gesundheit und Sicherheit gefährdet, während nur 66 Prozent von regelmäßigen Gesundheits- und Sicherheitskontrollen berichten.

Die Planer setzen wichtige Maßstäbe

Die Ermittlung und Auswahl des geeignetsten Absturzsicherungssystems oder der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) kann komplex sein. Sie erfordert eine sorgfältige Bewertung der vorhandenen Strukturen, der Belastungen, der Bauweise und der Materialien, der Zugänge, der behördlichen Anforderungen und der Sicherheitspraktiken.

Die Planer berücksichtigen bei der Empfehlung eines Systems alle diese Faktoren, berechnen den entsprechenden Kostenrahmen und empfehlen ein oder mehrere geeignete Herstellerprodukte. Dennoch können Bauunternehmer schließlich versucht sein, Systemteile zu ändern oder wegzulassen, um Kosten zu sparen – eine riskante Vorgehensweise. Häufig werden die Hersteller aufgefordert, technische Daten und Maßangaben zu liefern, die Eignung von Systemen und Befestigungen zu klären und Belastungs-, Leistungs- und Materialdaten ihrer Produkte zu bestätigen. Jede Fehlinformation in der Sicherheitskette kann schwerwiegende Folgen haben, weshalb es stark auf die Zusammenarbeit mit einem Hersteller ankommt, der für die Bereitstellung korrekter technischer Daten bekannt ist.


Bauunternehmer stellen die Lösung zusammen

Eine technische Vorgabe ist praktisch ein Sicherheitsplan für den Bauunternehmer: ein zweckmäßiges Absturzsicherungssystem mit bewährten, anspruchsvollen Produkten. Fachkundig konzipiert, hochwertig konstruiert und streng geprüft bleiben die vorgegebenen Sicherheitseinrichtungen viele Jahre lang vorschriftsmäßig und funktionsfähig.

Die Verwendung von Ersatzprodukten zur Kostensenkung birgt Risiken. Bauteile können schneller verschleißen, sich abnutzen oder versagen, was einen vorzeitigen Austausch erfordert und die Gesamtbetriebskosten erhöht. Hochwertige Einrichtungen sind robuster und einfacher zu verwenden, was das Risiko von menschlichem und technischem Versagen verringert. Jeder gute Bauunternehmer versteht das von selbst.

Die Monteure sichern letztlich die Zukunft

Die professionelle Montage ist entscheidend für die Nutzungsdauer und Sicherheit von Absturzsicherungssystemen. Die Wahl eines erfahrenen, stets vorschriftsmäßig arbeitenden Unternehmens ist entscheidend. Namhafte Unternehmen sind in der Regel akkreditiert und mit den Systemen der führenden Hersteller bestens vertraut. Sie werden mit speziellen Schulungen unterstützt, die sicherstellen, dass die Systeme korrekt und in Übereinstimmung mit den Herstellerrichtlinien montiert werden, einschließlich aller Konformitätsprüfungen, Tests und der Inbetriebnahme bzw. Abnahme.

Egal ob es sich um ein neues Projekt oder um eine Nachrüstung handelt, gute Monteure müssen in der Regel vor Beginn der Arbeiten eine Standortbegehung durchführen. Bei frühzeitiger Erkennung unvorhergesehener Risiken können technische Fragen schnell und kostengünstig gelöst werden. Nach der Abnahme können Monteure oft bei Anwenderschulungen, planmäßigen Wartungen und Überprüfungen gute Dienste leisten.

Der Endanwender trägt eine große Verantwortung

Sicherheitsausrüstung kann nur dann Unfälle vermeiden und Risiken mindern, wenn sie auch eingesetzt wird, und zwar auf korrekte Weise. Eine gründliche Schulung der Endnutzer, vorzugsweise durch einen akkreditierten Anbieter, ist also genauso wichtig wie die Ausrüstung selbst.

Ob Absturzsicherungssysteme oder Persönliche Schutzausrüstung – die Mitarbeiter müssen Risiken und Gefahren erkennen, Geräte überprüfen und ihre richtige Verwendung verstehen können. Trotz bester Planung kann immer Unvorhergesehenes passieren. Zur Benutzerkompetenz gehört auch, wann und wie ein vorab vereinbarter Rettungsplan durchgeführt werden soll. Zwar ist das nicht immer möglich, aber es wird Unternehmen empfohlen, Rettungspläne für Arbeiten in der Höhe zu erstellen, damit sie im Notfall nicht ausschließlich auf die Hilfe von Feuerwehr und Rettungsdiensten angewiesen sind.

Sicherheit: Eine Kette als Ganzes

Die Sicherheit in der Absturzsicherung beginnt mit dem Verständnis für die Unentbehrlichkeit und die Rolle eines jeden Kettenglieds. Von der Durchsetzung der besten Konzeption und der besten Produktvorgaben für die jeweilige Aufgabe bis hin zur Schulung kompetenter und zuverlässiger Anwender können alle zum sicheren Arbeiten in der Höhe beitragen.D

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