Car Guard Systems GmbH Ein Schutzengel und Wegbegleiter

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Car Guard
Von: Dan Windhorst

Seit mehr als 25 Jahren konzentriert sich Jens Bergemann, Geschäftsführer bei Car Guard Systems, auf die Entwicklung von Systemen, die den Umgang mit tonnenschweren Baumaschinen und Lkw erleichtern. Im Rahmen der IAA Transportation in Hannover sowie der bauma 2022 in München hat sich bauSICHERHEIT-Chefredakteur Dan Windhorst im Detail mit den Fahrzeugkameras, Fahrassistenten, Navigationshilfen sowie Alarmeinheiten mit Künstlicher Intelligenz von Car Guard Systems vertraut gemacht. Schnell wurde im Gespräch mit dem gebürtigen Berliner deutlich, dass die Beweggründe zur Entwicklung solcher Systeme vielschichtig sind, letztlich aber einem erklärten Ziel folgen: Das Arbeiten auf Baustellen, Lieferwegen und Zufahrtsstraßen soll laut Jens Bergemann künftig nicht nur einfacher, komfortabler und effizienter, »sondern insbesondere sicherer gestaltet sein«.

bauSICHERHEIT: Herr Bergemann, geben Sie unseren Lesern zu Beginn doch bitte einen kurzen Einblick in die Welt von Car Guard Systems: Wie, wo und wann kam es zur Gründung des Unternehmens und was waren damals die gesteckten Ziele?

Jens Bergemann: Während meines Studiums recherchierte ich nach einer lukrativen Einnahmequelle, welche mich zeitlich nicht vom Studieren abhält. Ich hatte die Wahl zwischen dem exklusiven Vertrieb der japanischen Felgenmodelle des legendären Münchener Edelsportwagentuners König Specials oder den ersten in Europa erhältlichen Autoalarmanlagen mit Fernbedienungen mit bis zu 8 Tasten und Pageralarmmitteilungen. Ich entschied mich für Letzteres, weil ich die Begeisterung unserer Tuningkunden liebte und es besser mit dem Studium vereinbar war. Ab diesem Zeitpunkt entdeckte ich meine Leidenschaft für Fahrzeugtechnik.

bauSICHERHEIT: Im Grunde ist Car Guard Systems überall da zu finden, wo Räder rollen. Neben klassischem Kfz-Zubehör bieten Sie Fahrzeugkamera-Systeme und Navigationsgeräte für Lkw, Busse und Reisemobile. Mit der Baubranche bietet sich Ihnen ein Segment, das deutlich hörbar nach verbesserten Sicherheitslösungen schreit. Wie nehmen Sie diese Branche wahr und welches Potenzial sehen Sie dort für die von Car Guard entwickelten Lösungen?

Jens Bergemann: Als ich das erste Mal eine angsteinflößende Grafik sah, in der unzählige Tote Winkel beim Lkw eingezeichnet waren, konnte ich es nicht fassen, dass solche Fahrzeuge halbblind durch den Straßenverkehr fahren müssen. Die Einführung des Abbiegeassistenten läutete ein neues Bewusstsein und Verantwortungsgefühl in allen Branchen ein, welches jetzt auch im Bauwesen Einzug hält. Ich bin fest davon überzeugt, dass hier die Gefahr der Verletzung von Menschen um ein Vielfaches höher ist. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns seit einigen Jahren auf Kameratechnik, die mittels Künstlicher Intelligenz Personen zu nahezu 100 Prozent zuverlässig erkennen und den Maschinenführer frühzeitig warnen kann. Wahlweise kann sie auch vor Fahrzeugen warnen, dadurch ist eine unnötige Alarmierung vor anderen Objektklassen ausgeschlossen. Diese Kameras besitzen mehrere Alarm-Ein- und -ausgänge, womit etwa bewegliche Hydraulikaggregate sofort automatisch gestoppt werden können, bevor ein Unfall verursacht wird. Monitore schalten automatisch auf das Bild der Kamera um, welche eine Person detektiert. Werden mehrere gleichzeitig erkannt, erfolgt eine Splitscreen-Darstellung. Die Größe der gewünschten Überwachungsbereiche kann den individuellen Bedürfnissen entsprechend eingestellt werden. Bis zu drei unterschiedliche Warnzonen können pro Kamera gewählt werden. Da die Nachtsicht fast tageshell ist, ist die Erkennungsqualität auf höchstem Niveau. Wenn Schnee und Schlamm vorhanden ist oder vor allen Objekten gewarnt werden soll, kommen Radarsensoren zum Einsatz, deren Warnauslösungen als Grafik das Kamerabild überlagern.

Die Größe der gewünschten Überwachungsbereiche kann den individuellen Bedürfnissen entsprechend eingestellt werden. Bis zu 3 unterschiedliche Warnzonen können pro Kamera gewählt werden.

bauSICHERHEIT: Genau genommen sind kameragestützte Hilfssysteme, welche vor bewegten Objekten warnen, für Car Guard Systems ein alter Hut: Bereits auf der IAA Transportation haben Sie verraten, dass die ersten Lösungen hierfür bereits vor zehn Jahren auf dem Tisch lagen und auf Messen vorgestellt wurden. Nun erfährt dieses Thema innerhalb der Logistik- und Baumaschinenbranche eine gewaltige Renaissance, einhergehend mit umfangreichen technologischen Weiterentwicklungen. Was genau hat sich mit Blick auf Ihre Systeme seither verändert und wie erklären Sie sich den momentanen Hype um derartige Lösungen?

Jens Bergemann: Unser neues System enthält zahlreiche revolutionäre Neuentwicklungen, welche viele bisher nicht gelöste Probleme beheben. Zum einen verwenden wir einen neu entwickelten Starnight-Bildsensor, welcher eine fast tageshelle Full-HD-Nachtsicht ermöglicht, wodurch die Erkennungsqualität auf höchstes Niveau angehoben wird. Traditionelle Infrarot-LEDs ermöglichen vergleichsweise eine ungenügende Nachtsicht. Da die KI auf Menschen trainiert wurde, spielt es keine Rolle, ob der Mensch sich bewegt oder aus welcher Richtung er aufs Fahrzeug zukommt. Der ADAC bemängelte bei seiner Marktübersicht oft, dass nur eine Warnung erfolgt, wenn der Radfahrer sich von hinten annähert und es keine Warnung gibt, wenn er neben dem Fahrzeug stehen bleibt. Traditionelle Systeme können aufgrund von unterschiedlichen Fahrzeugausstattungen Bildstörungen verursachen, was die Sicherheit stark beeinträchtigt. Bei unserem System kann die Bildwiederholungsfrequenz stufenlos zwischen 2 und 30 Bildern pro Sekunde eingestellt werden, wodurch gleiche Frequenzen zur Bordelektronik vermieden werden können. Beim Abbiegeassistenzsystem wird die Geschwindigkeit über GPS erfasst, damit nur während des Abbiegevorgangs gewarnt wird. Bei starker Bewölkung, starkem Regen, Schnee, Nebel, im Wald und zwischen Hochhäusern fällt dieser oft aus. Beim Navi ist es kein Problem, da hier eine Straßenkarte hinterlegt ist und eine Streckenführung simuliert wird. Ein Abbiegeassistent setzt ohne GPS aber die Warnung außer Betrieb. Aus diesem Grund entwickelten wir einen Trägheitsnavigationssensor, welcher die Funktionsfähigkeit ohne GPS ermöglicht. Unser Vorgängermodell sowie viele am Markt erhältliche Systeme kommen ohne Steuereinheit zusätzlich zur Kamera nicht aus. Dadurch entstehen fast doppelt so hohe Produktions-/ Versand- und Einbaukosten. Unsere Kamera wird nur noch mit einem Kabel mit dem Monitor verbunden, da die gesamte Elektronik bereits in der Kamera integriert ist. Ist ein System einmal konfiguriert, können die Einstellungen mittels USB-Speicherstick auf andere Fahrzeuge übertragen werden. Ab zwei Fahrzeugen werden die Montagekosten dadurch drastisch reduziert.


bauSICHERHEIT: Eine Lösung, die auf der IAA Transportation sowie der bauma viel Aufmerksamkeit erhalten hat, ist die »Angel View«-Rückfahrkamera. Sie dient als Einparkhilfe und zur Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs. Erläutern Sie unseren Lesern doch bitte, was genau dieses System »drauf hat« und warum auch kettengetriebene Fahrzeuge denselben Nutzen daraus ziehen können wie ihre »bereiften Pendants«.

Jens Bergemann: Die Verlegung von Kabeln ist meist kompliziert und mit großen Kosten verbunden. Funksysteme funktionieren oft unzuverlässig, da sich zwischen der fest montierten Kameraantenne und der Monitorantenne aufgrund der ausschließlichen Montagemöglichkeit in der Mitte des Fahrzeugs meist störende Metallteile befinden. Drei Meter Verlängerungskabel für unsere Kameras und Monitore erlauben die Antennenmontage an Positionen mit dem zuverlässigsten Funkempfang. Monitore mit Android-Betriebssystem halten verstärkt Einzug in die Baumaschinenbranche. Da diese Art von Hardware selten Kameraeingänge hat, bieten wir hierfür eine ausgezeichnete Lösung mit bis zu 60 m Reichweite. An dieses WiFi-Modul kann jede beliebige Kamera angeschlossen werden. Die Bildübertragung erfolgt über eine Android- oder iOS-App auf dem Bildschirm der neueren Generation. Triggereingänge schalten das Kamerabild bei Bedarf automatisch hinzu, sobald ein Aggregat bewegt wird.

bauSICHERHEIT: Kommen wir zu einem System, das gerade aufgrund seiner Zuverlässigkeit, seiner Präzision und seines vielschichtigen Nutzens innerhalb der Bauindustrie von Interesse sein dürfte – das aktive Radar-Abstandswarnsystem RAV-R, welches ebenfalls aus der »Angel View«-Produktfamilie stammt. Geben Sie uns einen Einblick in das System und erklären Sie unseren Lesern im Detail, wie die radargestützte Warn-Einheit funktioniert.

Die KI-Kameralösung von Car Guard Systems unterstützt nun auch auf Baustellen, Gefahren während der Fahrt direkt zu erkennen und reagieren zu können.

Jens Bergemann: Dieses System funktioniert zu nahezu 100 Prozent zuverlässig bei jeder Witterung sowie bei absoluter Dunkelheit. Schlamm, Nebel, Schnee und Starkregen beeinflussen die Detektierungsqualität nur unbedeutend. Die Einstellung der gewünschten Überwachungsbereiche für Vorwarnungen und Vollalarm können leicht über eine WiFi-Verbindung mit dem Handy durchgeführt werden, sogar ohne Zugang zu Ihrem App-Store. Bei zusätzlicher Kameramontage (sogar Full-HD) erfolgt eine visuelle Darstellung der Überwachungszonen auf dem Bildschirm Ihrer Wahl. Wir bieten ca. 200 Adapter für Monitore und Kameras vieler bekannter Hersteller.

bauSICHERHEIT:  Letztlich sind die von Car Guard entwickelten Lösungen als eine Art »Schutzengel« zu bezeichnen, die mittels hochentwickelter Technologie zu einem sichereren Umgang mit schweren Baumaschinen und -fahrzeugen beitragen. Trotz des gewaltigen technologischen Fortschrittes dürfte der Faktor Mensch jedoch als Fehlerquelle erhalten bleiben. Wie beurteilen Sie das und was haben Ihre Anwender bei allen technischen Raffinessen ggf. zu berücksichtigen?

Jens Bergemann: Jeder Mensch hat eine sehr unterschiedliche Reaktionsfähigkeit und oft auch ein unzureichendes Hör- und Sehver-mögen. Hier sind wir auf die verantwortungsvolle Haltung der Maschinenbediener, Unternehmer und Auftraggeber angewiesen, in diesem Fall gibt die Technik auch keine Garantie. Je mehr Maschinen jedoch an die Eingänge von KI-Kameras sowie Radarwarner angeschlossen werden, umso mehr Unfälle werden verhindert, wenn der Maschinist Bauarbeiter übersieht.

bauSICHERHEIT: Zugegeben, kein Ingenieur spricht gern über das, was noch alles in der Entwicklerschublade schlummert. Würden Sie uns dennoch einen Einblick in das geben, was Car Guard Systems für die Zukunft plant? Was sind die technologisch angestrebten Ziele, Wünsche oder auch Erwartungshaltungen hinsichtlich neuer Kamera- und Fahrassistenzsysteme? Lässt sich die Sicherheit für Fahrer noch weiterdenken?

Jens Bergemann:  Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist grenzenlos und steckt noch in den Kinderschuhen. Wir werden uns zunächst auf die Integration von verschiedenen KI-Kameras in unser Intelliroute Telematiksystem konzentrieren. So kann der Disponent sofort die notwendigen Schritte in die Wege leiten. Einige Beispiele sind Kamerameldungen zu Unfällen, Gesundheitszuständen, Müdigkeit, Rauchen, Trinken und Telefonieren am Steuer, Ablenkung des Fahrers, Laderaumüberwachung, Laderaumkapazität-Überwachung zur Synchronisierung der verfügbaren Palettenstellplätze usw.

bauSICHERHEIT: Eine abschließende Frage, die in Zeiten von Corona, Ukraine-Krieg und stark gestiegenen Material- und Energiepreisen unumgänglich ist: Wie erlebt Car Guard Systems diese krisengeplagte Zeit seit 2020 und lässt sich, Stand heute, ein wirtschaftlicher Blick in die Glaskugel für 2023 wagen?

Jens Bergemann: Da wir hauptsächlich mit Fahrzeugherstellern und Aufbautenherstellern zusammenarbeiten, hatten unsere Kunden in den ersten 2 Jahren keine Fahrzeuge aufgrund von Produktionsstättenschließungen zur Verfügung. Aufgrund dessen wurden weltweit keine Teile für die Fahrzeugproduktion mehr hergestellt und es entstand ein Mangel. Jetzt können Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden, weil wichtige Teile fehlen. Da dadurch weniger Kunden mit Neufahrzeugen zur Verfügung standen, konzentrierten wir uns auf andere Produkte und Kunden. Bei unseren Navigationssystemen hatten wir auch Bauteileknappheit zu beklagen, wobei es beim Kameraprogramm zu keinen Einschränkungen kam und diese fortlaufend produziert werden konnten.dc

 

Jens Bergemann,  Geschäftsführer bei Car Guard Systems

Die Einführung des Abbiegeassistenten läutete ein neues Bewusstsein und Verantwortungsgefühl in allen Branchen ein, welches jetzt auch im Bauwesen Einzug hält. Ich bin fest davon überzeugt, dass hier die Gefahr der Verletzung von Menschen um ein Vielfaches höher ist.  

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