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Messe Düsseldorf: »Die A+A schlägt eine Brücke zwischen Theorie und Praxis«

Die A+A öffnet im November ihre Tore und stellt damit einen der wohl wichtigsten Termine für die gesamte Sicherheits- und Arbeitsschutzbranche dar. Einerseits, um neueste Entwicklungen zu präsentieren, andererseits, um einen offenen Dialog mit Kunden, Herstellern, Händlern und dem Fachpublikum zu führen. Zentrale Themen werden neben persönlichem Schutz auch die betriebliche Sicherheit und die generelle Gesundheit bei der Arbeit sein. Wolfram Diener, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH, erläutert, weshalb diese Messe ein so entscheidender Anlaufpunkt für die Branche geworden ist und was das Fachpublikum diesmal erwarten darf.

Vom 5. bis 8. November wird mit der A+A in Düsseldorf die Sicherheit bei der Arbeit klar im Mittelpunkt stehen – und damit ein Thema, das eine immer stärkere Gewichtung in der Baubranche erhält. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die immer stärkere internationale Vernetzung sowie die Ausweitung der Märkte neue Unternehmensstrukturen geschaffen hat. Damit einher geht aber auch ein Arbeitsschutz, der diesen stetigen Veränderungen gerecht wird und gleichzeitig in der Verantwortung steht, sich immer neu zu erfinden, um zeitgemäß zu sein.

Die Digitalisierung kann Vor- und Nachteile haben

»Zukünftig werden weltweit mehr und mehr Menschen in Netzwerken arbeiten und mithilfe von IT-Medien unabhängig von Orten und festen Arbeitszeiten als virtuelles Team Aufgaben lösen«, so Wolfram Diener, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH. »Auch Produktionsabläufe organisieren sich mithilfe dezentraler IT-Intelligenz und autonomer Robotersysteme zunehmend selbständig und passen sich zum Beispiel automatisch an externe Anforderungen wie unerwartete Prozessstörungen oder wechselnde Nachfrage an.«

Mit einer Erreichbarkeit von Beschäftigten quasi rund um die Uhr steigt nach Aussage von Wolfram Diener die Gefahr psychischer Belastungen und Erkrankungen; »auch die Kontrolle des Einzelnen kann durch neue Technologien zunehmen.«

Dass tief greifende strukturelle Veränderungen und neue Formen der Organisation die Chance bieten, die Rahmenbedingungen von Arbeit gesünder und weniger belastend zu gestalten, stelle die A+A 2019, vor. Gleichzeitig schärfe sie laut Diener den Blick für potenzielle Risiken und nötige Schutzmaßnahmen.

Die A+A zeigt die neuesten Trends auf

Düsseldorf dient gleichzeitig aber auch als Plattform für Neuentwicklungen, innovative Ideen und Trends: Fachbesucher aus der ganzen Welt können sich beispielsweise die neuen Produkte anschauen oder sich einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Vorschriften verschaffen. »Auch dieses Mal«, so Diener, »schlägt die A+A als internationale Fachmesse mit Kongress die Brücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen, praktischen Anwendungen und bildet eine Plattform für den Dialog von Politik und Wirtschaft.«

Düsseldorf weckt weiterhin internationales Interesse

Das Interesse an den A+A-Themen ist laut Diener auch weiterhin ungebrochen: 2019 stehe zusätzlich die neue Halle 1 zur Verfügung. Damit könne in diesem Jahr der Wunsch vieler Aussteller nach einer Erweiterung der Präsentationsfläche erfüllt werden. Erwartet werden laut der Messe Düsseldorf etwa 2 000 Aussteller. Zur A+A 2017 kamen rund 69 000 Fachbesucher – 47 Prozent von ihnen reisten aus dem Ausland an.

Unternehmen und Fachhändler von allen Kontinenten sind vertreten. Die alle zwei Jahre stattfindende Leitmesse für sicheres und gesundes Arbeiten wendet sich an Verantwortliche aus dem betrieblichen Arbeitsschutz- und Sicherheitsmanagement, an Personalverantwortliche und Betriebsräte, Fachhändler und Einkäufer aus der Industrie, Betriebsärzte, Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Hilfs- sowie Rettungsorganisationen. Weitere Zielgruppen sind Verantwortliche der Aufsichtsorgane sowie Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe. »So vielfältig die Zielgruppen und Inhalte der A+A sind, lassen sie sich in drei zentrale Bereiche gliedern: Persönlicher Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit«, so Diener.


Modische Trends und der Weg zur Nachhaltigkeit

Auch die Tatsache, dass Arbeitskleidung funktionell weiterentwickelt und optisch aufgewertet wird, fördere den Trend. Immer mehr umweltverträgliche Materialien aus fairem Handel entsprechen laut Diener zudem dem Wunsch vieler Entscheider nach mehr Nachhaltigkeit.

»Ein weiterer Grund für den Aufwärtstrend ist der zur Image Wear. So werden beispielsweise Sicherheitsschuhe in Sneakerform oder Arbeitshosen im Freizeitlook für immer mehr Menschen zum modischen Statement«, sagt Diener. 2017 hätten allein 56 Aussteller auf der A+A den Bereich Corporate Fashion/Image Wear zu ihrem Schwerpunkt erklärt. Dabei seien weitere 260 Unternehmen mit Produktpräsentationen in diesem Segment dazugekommen – »damit war die A+A im internationalen Vergleich die größte Messe zu diesem Thema«.

Für 2019 wird mit einem weiteren Wachstum dieses Bereichs gerechnet. Der Corporate Fashion-Markt definiert Mitarbeiter mit Kundenkontakt zur zentralen Zielgruppe. Berufsbekleidung mit und ohne Schutzfunktion wird dabei zum Marketinginstrument, das die Präsenz des Unternehmens in der Öffentlichkeit unterstützt und wichtige Kontakt- und Kommunikationsaufgaben erfüllt.

Risiken der Mitarbeiter kennen und gezielt minimieren

Als zweites Kernthema der A+A-Themen stehen die betriebliche Sicherheit und der Schutz jedes einzelnen Beschäftigten im Unternehmen oder einer Organisation im Fokus. Ziele sind hierbei, durch Schutzmaßnahmen Risiken für den einzelnen Mitarbeiter zu minimieren und die technische Sicherheit von Anlagen und Gebäuden zu gewährleisten.

Sichere Lagerung, Verkehrsschutz, Strahlenschutz, bauliche Absturzsicherung sowie betrieblicher Umweltschutz sind in dem Feld einige der Schwerpunkte. Bei drohenden schadenbringenden Ereignissen sollen negative Folgen nach Möglichkeit vermieden oder aber reduziert werden. Aus diesen Gründen gewinnen die Aspekte des präventiven Brandschutzes, der Explosionsschutz und ein umfassendes Notfallmanagement mehr und mehr an Bedeutung.

Gesundheit als zentrales Anliegen jedes Menschen zu fördern bedeutet auch, die Arbeitskraft jedes Einzelnen zu erhalten. Wie das gehen kann, damit beschäftigt sich der dritte Schwerpunkt Gesundheit bei der Arbeit. Die A+A präsentiert Lösungen in den Bereichen Akustik, Licht / Beleuchtung, Raumklima, ergonomische Arbeitsmittel und Arbeitsplatzgestaltung. Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention geht es um gesunde Ernährung, Bewegung, Stressabbau und Entspannung und Drogenprävention.

Investition in Arbeitssicherheit zahlt sich aus

Unternehmen, die in Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz investieren, profitieren nicht nur von einer höheren Zufriedenheit der Mitarbeiter, sondern auch von geringeren Ausfallzeiten und weniger unfallbedingten Betriebsstörungen.

Gesunde Arbeitsplätze bedeuten engagierte Mitarbeiter und stärken die Wettbewerbsfähigkeit – so lässt sich der Benefit für alle Beteiligten kurz auf den Punkt bringen. Laut Untersuchungen der EU-OSHA, Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, rechnet sich die Investition in Gesundheitsförderung – jeder Euro erwirtschaftet eine Rendite zwischen 2,50 und 4,80 Euro.

Im Jahr 2020 steigt laut Aussage des Statistisches Bundesamtes der Anteil der Erwerbsbevölkerung zwischen 50 und 64 Jahren im Vergleich zum Jahr 2000 von 30 Prozent auf 39 Prozent. Hier sind Initiativen am Arbeitsplatz gefragt, damit Mitarbeiter mobil und gesund bleiben und auch bei körperlichen Einschränkungen ihre Aufgaben weiterhin erfüllen können – beispielsweise durch den Einsatz von mehr ergonomisch gestalteten Büromöbeln oder Arbeitsmitteln.

Der rote Faden aller Präsentationen auf der A+A ist die Highlight-Route mit Produkten, Konzepten und Lösungen für die Zukunft der Arbeit. Hier werden praktische Produkte wie digitale Hilfsmittel vorgestellt oder innovative Arbeitsplatzmodelle präsentiert. Neue Denksätze, die bisher bekannte Muster der Arbeitsorganisation und des Personaleinsatzes verändern, bieten unternehmerische Chancen wie Flexibilität und Kostenoptimierung. Aber die Aussteller haben auch die Risiken durch immer komplexere und deshalb schwer beherrschbare Prozesse im Blick.

Die A+A stellt mögliche Lösungsansätze vor

In Halle 10 wird erneut der Treffpunkt Sicherheit und Gesundheit für alle nicht-kommerziellen Aussteller zu finden sein. Hier präsentiert die Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Basi e. V. gemeinsam mit ihren internationalen und nationalen Partnern ein breites Beratungs- und Informationsangebot, ergänzt durch unterhaltsame und lebendige Aktionen zum Mitmachen und Lernen. Vertreten sind auch die ideellen Träger des Arbeits- und Gesundheitsschutzes – also Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, Ministerien und staatliche Einrichtungen, Berufs- und Fachverbände, Hochschulen und weitere Non-Profit-Organisationen – also alle Spezialisten zu den Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Sie beantworten Fragen zum Beispiel zu Vorschriften, Berufskrankheiten, Gefahrstoffen, Unfallversicherung, Schutzausrüstungen oder betriebliche Gesundheitsförderung und Rehabilitation.

Sicherheit und Arbeitsschutz live erleben

Die Fachmesse lädt durch Sonderschauen wie  zum Beispiel zum Thema »Sicheres Retten« der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und des Technischen Hilfswerks oder »Brandschutz und Notfallmanagement« mit dem Werkfeuerwehrverband Deutschland sowie den Trendforen »Workplace Design & Health« und »Safety & Security« zum intensiven Dialog mit Fachleuten und hautnahem Erleben und Ausprobieren ein.

Begleitend zur Fachmesse findet der 36. Kongress zur A+A als führende Gemeinschaftsveranstaltung des Arbeitsschutzes in Deutschland statt. Hier treffen sich die Akteure aus Industrie, Handwerk und Handel, Verwaltung, Politik und Wissenschaft zum fachlichen Austausch über neue Konzepte und Herausforderungen der Branche.

Mehr als 5 000 Kongressbesucher werden zu dieser Fachtagung im CCD Congress Center Düsseldorf erwartet. Rund 40 Veranstaltungsreihen bieten ein Forum für die Diskussion über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und deren praktische Umsetzung sowie für einen intensiven Austausch von Politik und Wirtschaft.

Digitale Wege gehen, um das Interesse zu steigern

Neue Formate wie »Praxis Interaktiv« halten zusätzliche Möglichkeiten bereit, ins Gespräch zu kommen. Extra – nicht nur für Professionals, sondern auch für Hochschullehrende, Studierende und Auszubildende: der »Fokus Professionen« mit dem ersten »Prevention Slam«. Speziell für die Zielgruppe Rettungskräfte werden Vorträge zu den Themen Atemschutz und Einsatzstellenhygiene oder Eigenschutz angeboten.

Ganz neu ist in 2019 das »kommmitmensch« Film- und Medienfestival der A+A. Mittels visuellen Medien sollen hier Prävention und Gesundheitsförderung in den Unternehmen gestärkt werden.

In einer speziellen Kategorie werden hier auch überzeugende Produktfilme auf deren Wirksamkeit zum Schutz des Arbeitenden bewertet. Hierfür wird in Kooperation mit den Unfallkassen und Berufsgenossenschaften wie der BGETEM, Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, ein Preis für besonders attraktiv vermittelte Informationen zu Schutzprodukten und -lösungen ausgelobt. D

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