Hängt der Verletzte z. B. im Auffanggurt seiner Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) fest, kann bereits nach wenigen Minuten ein Hängetrauma eintreten. Nun gilt: zügig vorgehen, aber nicht panisch werden. »Man muss als Höhenretter schnell sein, aber muss in Höhe und Tiefe immer auch Ruhe bewahren und Sicherheit vermitteln«, so Matthias Müller, Leiter der AST Safety Academy, die eine Schulung »Spezielles Retten in Höhen und Tiefen«, kurz SRHT, bei einem großen deutschen Pharmaunternehmen durchgeführt hat. Auf dem Programm des 80-stündigen Lehrgangs, der auf den empfohlenen Standards der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren AGBF 2019 basiert, standen u. a. Knoten-, Geräte-, Material- und Seilkunde, Rettungsvarianten, Sicherungstechniken und die exakten Handlungsabläufe der SRHT. Gehen diese durch regelmäßiges Training in Fleisch und Blut über, ist die Höhenrettungsgruppe in der Lage, mithilfe von spezieller Seiltechnik den Zugang zu einer verunfallten oder erkrankten Person herzustellen und die medizinische Versorgung bis zu einem geschützten Platz am Boden zu übernehmen.