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Gemeinschaft Papiersackindustrie: Staubfreie Abfüllung und Verpackung

Von Ressourcenschonung über Arbeitsschutz und Unfallverhütung bis zu Sauberkeit und Kosteneffizienz – eine staubfreie Verpackung zahlt sich mehrfach aus. Die deutsche Papiersackindustrie hält verschiedene Lösungen bereit, die eine staubfreie Abfüllung und Verpackung pulverförmiger Güter gewährleisten. Dabei wird die Verpackung individuell auf die Anforderungen des jeweiligen Produkts, die Maschinentechnik sowie kundenspezifische Voraussetzungen zugeschnitten.

Von Staubfreiheit einer Verpackung spricht man, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind«, erklärt Dag Kretschmer, Mitglied der Gemeinschaft Papiersackindustrie (GemPSI). »Weder bei der Abfüllung sollte sich Staub bilden, noch sollte anschließend Material aus der Verpackung austreten – sie muss also staubdicht sein.« Bei pulverförmigen Produkten stellt das eine Herausforderung dar: Je feiner der Mahlgrad, desto mehr Luft muss beim Abfüllvorgang zugefügt werden, um das Pulver fließfähig zu machen. Dabei kann ein Überdruck im Sack entstehen, der eine Staubentwicklung begünstigt. »Das lässt sich verhindern, indem die Abfülltechnik und die Papiersackkonstruktion auf das Produkt ausgerichtet werden«, so Kretschmer.

Sackkonstruktionen gegen Staubentwicklung

Die erste Voraussetzung für einen staubdichten, sauberen Papiersack: Die Luft, die im Abfüllprozess in den Sack gelangt, muss entweichen können, ohne, dass dabei Material heraustritt. Hierfür hat die deutsche Papiersackindustrie verschiedene Sackkonstruktionen mit Entlüftungslösungen entwickelt. Beispielsweise kommen hochporöse Kraftpapiere als Innenlage zum Einsatz, die mit perforierten oder unperforierten Sperrschichten kombiniert werden können. Die Entlüftung des Sacks kann auch mit konstruktiven Elementen unterstützt werden. Darüber hinaus verfügt ein Standard-Papiersack über sogenannte natürliche Kanäle. Das sind Stellen am Papiersack, die aufgrund des Fertigungsprozesses nicht vollständig abgedichtet werden. Sie tragen zur Entlüftung des Sacks bei – jedoch kann an ihnen auch Produkt austreten, insbesondere wenn es sehr feinpulvrig ist.

»Diesen Produktaustritt nehmen manche Kunden als Selbstverständlichkeit des Packmittels Papiersack hin, für andere ist er sehr störend«, erklärt Kretschmer. »Daher haben wir Konstruktionen entwickelt, die diese Kanäle abdichten und so die Staubdichte erhöhen. Je nach Anforderungen der Kunden kann dies stufen­weise erfolgen.« Der Einsatz eines gestaffelten Papiersacks, bei dem die verschiedenen Lagen zueinander verschoben eingearbeitet sind, hat eine höhere Dichtigkeit im Sackboden zur Folge. Noch mehr Staubdichte wird erreicht, indem zusätzlich Innenriegel angebracht werden. Werden zudem Deckblätter eingesetzt, erhält man einen Sack, der nach Angaben der Gemeinschaft Papiersackindustrie mehr als 99 % staubfrei ist. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Bodendeckblätter korrekt positioniert und alle Klebeflächen dicht verklebt sind. Für sehr feine Pulver, die eine 100 %-ige Staubfreiheit benötigen, gibt es schon einige staubdichte Lösungen.


Dichter Ventilverschluss

Um zu verhindern, dass Material an der Ventilöffnung austritt, kann ein selbstschließendes Innen- oder versiegeltes Außenventil eingesetzt werden. »Ein körniges Produkt verlangt ein weniger kompliziertes Ventil als ein sehr feinpulveriges. Zudem können Ventilmaterialien und -weiten sowie -längen variieren.« Bei Außenventilen gibt es die Möglichkeit, thermoverschweißbare oder Ultraschallventile einzusetzen, die vor dem Abwurf von der Abfüllmaschine maschinell verschweißt werden. Die verschweißten Ventile bieten einen hohen Staubschutz und schützen vor Manipulationen, da das Ventil beim Öffnen des Sacks zerstört wird.

Staubfreie Abfülltechnik

Mit Optimierungen beim Abfüllprozess kann Staubbildung ebenfalls vermieden werden. Beispielsweise kann der Füllstutzen, über den das Produkt in den Sack fließt, mit einer Blähmanschette versehen werden. Sie dichtet das Ventil ab und erleichtert eine staubfreie Befüllung. Bei offenen Ventilen kann das Ventil vor Abwurf per Düse von Staub freigepustet werden. »Auch wenn die erhöhte Sauberkeit zunächst mit einem etwas höheren Investment einhergeht, macht sie sich in ­vielerlei Hinsicht bezahlt«, so Kretschmer. »Ein wichtiges Thema ist der verbesserte Arbeitsschutz entlang der Lieferkette. Das Personal hat keine Staubbelastung am Arbeitsplatz.« Darüber hinaus können saubere Säcke besser gehandhabt, stabiler palettiert und geladen werden, was zu weniger Unfällen führt.    m

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