Woolpower wurde 1969 von Gabriel Brånby, dem Vater der heutigen Inhaber Adam und Daniel Brånby, in Östersund als Produktionseinheit und Subunternehmer des schwedischen Genossenschaftsverbandes gegründet, damals noch unter dem Namen Vinetta. Die zu Spitzenzeiten mehr als 530 Mitarbeiter produzierten hauptsächlich Nylonstrumpfhosen. Anfang der 70er Jahre entwickelte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit den schwedischen Streitkräften das Material »Ullfrotté Original«. Das Ziel war insbesondere die Fertigung von warmer, strapazierfähiger und gleichzeitig pflegeleichter Funktionsunterwäsche. Die ersten Kleidungsstücke von Ullfrotté wurden erstmals 1972 hergestellt.
Heute produziert Woolpower unter dem Claim »Responsibly made in Sweden« noch immer in Östersund. Im Fokus stehen Unterwäsche und Verstärkungskleidung aus Merinowolle – und damit auch der Nachhaltigkeitsfaktor, denn das Unternehmen ist überzeugt, dass eine nachhaltige Bekleidungsproduktion nur möglich ist, wenn möglichst langlebige Produkte hergestellt werden. Daher legt Woolpower einen großen Wert auf qualitativ hochwertige Stücke. Auch beim Thema Innovation dreht sich alles darum, die Qualität noch zu steigern, um eine längere Lebensdauer gewährleisten zu können. Alle Produkte werden daher einer Qualitätskontrolle in mehreren Stufen unterzogen: Die Bediener der Strickmaschinen behalten den Prozess im Auge. Eine weitere Kontrolle erfolgt bei der Vorbereitung des Materials zum Ausstanzen der Teile. Abschließend nehmen die Näherinnen die fertigen Kleidungsstücke noch einmal unter die Lupe.
Übrigens: Woolpower spendet Produkte für wohltätige Zwecke, wenn ein fertiges Kleidungsstück aufgrund von Mängeln nicht verkauft werden kann, aber dennoch seine Funktion behält. So entstehen nur sehr wenige bis keine Textilabfälle. Das Textimaterial, das beim Ausstanzen der Stücke übrigbleibt, wird auseinandergerissen und anschließend zu einem Material zusammengefilzt, das bei Woolpower beispielsweise zu Sitzpolstern, warmen Sohlen und Hausschuhen weiterverarbeitet wird.
Die Vorzüge von Merinowolle
Bei Merinowolle handelt es sich um eine besondere Form der Schurwolle. Sie stammt vom Merinoschaf, das vor allem in Neuseeland, Australien, Argentinien und Südafrika beheimatet ist. Merinowolle zeichnet sich durch ihre hohe Feinheit aus: Mit einem Durchmesser von oft weniger als 19 µm ist sie deutlich feiner als herkömmliche Schurwolle und kann daher direkt auf der Haut getragen werden, ohne zu kratzen. Diese Eigenschaften machen sie ideal für Kleidungsstücke wie z.B. Unterwäsche, Shirts oder Socken. Doch auch auf molekularer Ebene bringt die Merinowolle besondere Eigenschaften mit: Sie besteht zu fast 100 Prozent aus Keratin, einem natürlichen Protein, das u.a. in der menschlichen Haut vorkommt. Die Faser ist spiralförmig aufgebaut, was ihr die hohe Elastizität und Formbeständigkeit verleiht. Zudem entstehen zwischen den Fasern winzige Luftkammern, die isolierende Eigenschaften haben. Daher eignet sich die von Natur aus antibakterielle Merinowolle sowohl für die Winter- als auch die Sommermonate, da sie im Vergleich zu synthetischen Stoffen aktiv auf Veränderungen der Körpertemperatur reagiert: Sie hält warm, wenn es kalt ist und kühlt, wenn es warm ist. Ebenso zählt Merinowolle zu den atmungsaktivsten Fasern – sie kann große Mengen an Flüssigkeiten absorbieren und diese in kurzer Zeit wieder abgeben, sodass kein klammes Hautgefühl entsteht. Darüber hinaus sorgen ihre natürlichen Eigenschaften für eine starke Feuerbeständigkeit: Während beispielsweise Baumwolle bereits bei 255 °C Feuer fängt, entzündet sich Merinowolle erst bei ca. 590 °C.