Baustellen-Sicherheit

Risikominimierung für das heutige Arbeiten in der Höhe

Weil der Aufwärtstrend im Baugewerbe anhält und wegen des steigenden Wohnungsmangels wohl noch verstärkt werden wird, bleibt auch der Personenschutz in großer Höhe ein anhaltend wichtiges Thema – vor allem angesichts der ständig wachsenden Höhe und Komplexität der Gebäude. Weil Abstürze aus großen Höhen ein häufiger Grund sogar für Todesfälle in der Branche sind, wird auch die Nachfrage nach Absturzsicherungen in den kommenden Jahren sicher zunehmen. Über dies und die Risikominimierung für das heutige Arbeiten in der Höhe hat sich Simon Platzer, Business Development Manager für Absturzsicherung bei MSA Safety, umfassend

Gedanken gemacht.

Bei der Benutzung von minderwertigen oder nicht normgerechten Absturzsicherungen besteht die potenzielle Gefahr ganz darin, dass man ihre Leistung nicht kennt. Arbeiten in der Höhe sei an sich schon eine Herausforderung – die Qualität Ihrer Ausrüstung sollte dies nicht sein. »Die Benutzung von minderwertigen oder nicht normgerechten Absturzsicherungen beeinträchtigt nicht nur die Fähigkeit der Arbeiter, ihre Arbeit ordnungsgemäß auszuführen, sie setzt auch deren Sicherheit aufs Spiel. »Nehmen Sie beispielsweise technische Absturzsicherungssysteme. Einige technische Absturzsicherungssysteme bieten unter Umständen nur in einer Richtung Sicherheit. Das bedeutet, dass man die Richtung, in der eine Person abstürzen könnte, zum Zeitpunkt der Installation erraten müsste, damit die Ausrüstung effektiv ist. Das ist offensichtlich keine zufriedenstellende Sicherheitsmaßnahme«, so Simon Platzer.
Bei einigen technischen Absturzsicherungssystemen könne es auch sein, dass sie nur mit bestimmten Dachkonstruktionen kompatibel sind, was bedeute, dass nicht gewährleistet sei, dass sie den Sicherheitsanforderungen an jedem Standort entsprechen.

Vertrauen in Prüfungen ist unerlässlich
Minderwertige Ausrüstungen, so Platzer weiter, bestünden oft aus minderwertigen Materialien, die gegebenenfalls schneller als erwartet verschleißen und die Lebenserwartung des Produktes verkürzen. Dadurch seien sie weniger kosteneffizient, weil sie häufiger ersetzt werden müssten und die Wahrscheinlichkeit von Gerätedefekten und daraus resultierenden Verletzungen erhöhten. »In dem Fall wurden Produkte möglicherweise nur einem Minimumstandard an Sicherheitsprüfungen unterzogen und wahrscheinlich nur in Bezug auf einen isolierten Einzelfall.«
Sorgfalt sei dabei unerlässlich bei der Auswahl von Absturzsicherungsausrüstungen und es müsse sichergestellt werden, dass sie den höchsten Standards entsprechend geprüft wurden und diesen voll entsprechen. »Vertrauen in die Stringenz von Prüfungen entsteht dann, wenn Sie wissen, dass Ihr Anbieter seine Sicherheitssysteme dynamischen Prüfungen unter einer ­Vielzahl zu erwartender Betriebsbedingungen unterzieht«, so Platzer.

»Viele Unfälle mit tödlichem Ausgang hätten verhütet werden können, wenn denjenigen, die in der Höhe arbeiten, die richtige Ausrüstung sowie angemessene Informationen, Anweisungen, Schulung und Beaufsichtigung durch relevante, voll qualifizierte Personen gegeben worden wären, die für diejenigen, die in der Höhe arbeiten, verantwortlich sind.«
Simon Platzer, Business Development Manager für ­Absturzsicherung bei MSA Safety


Nicht planen, bedeutet dem Versagen Vorschub leisten
Die Auswahl der richtigen Ausrüstung sei dabei nur ein Teil einer ­soliden Absturzsicherungsregelung. Bevor überhaupt erst jemand am Standort erscheine, gebe es einen der wichtigsten ­Aspekte, um die Sicherheit von Personen, die in der Höhe arbeiten, zu gewährleisten: die Planungsphase.
»Die richtige Planung beginnt mit der Auswahl der besten Absturzsicherungsvorkehrungen für die jeweilige Arbeit, die es durchzuführen gilt. Hierzu gehört es, eine Reihe von Fragen zu stellen«, so Platzer. »Haben wir Mitarbeiter auf allen Ebenen der Organisation, die ordnungsgemäß geschult wurden? Verfügen wir über eine Richtlinie, die darauf ausgerichtet ist, wie wir mit Absturzgefahren umgehen? Sind wir im Begriff, diese Gefahren systematisch auf priorisierte Weise zu reduzieren? Nachdem Sie diese Fragen beantwortet haben, muss Ihr nächster Schritt darin bestehen, Gefahren gründlich zu beurteilen, zu dokumentieren und entsprechende Schutzmaßnahmen zu implementieren, einschließlich Verfahren, Protokollen und Ausrüstungen und eine regelmäßige Überprüfung – mindestens auf jährlicher Basis – festzulegen«, betont Platzer.
Und zum Schluss sei es wichtig, mit den Mitarbeitern zu sprechen, die in der Höhe arbeiten werden, und sicherzustellen, dass es ihnen ebenso bewusst ist, was für sie auf dem Spiel steht.

Innovation für Leistung, Komfort und Rettung
Seit Jahrzehnten bestand das Hauptziel von Absturzsicherungen darin, Arbeiter vor Stürzen zu bewahren. Heutzutage, angesichts der jüngsten Brancheninnovationen, sind Absturzsicherungen sicher, leicht anzuwenden sowie bequem und ermöglichen dem Arbeiter, sich voll und ganz auf seine Arbeit zu konzentrieren. Dafür eignen sich Höhensicherungsgeräte, bei denen radial angeordnete Mehrfeder-Energieaufnahmesysteme ein leichteres, kompakteres und leichter tragbares Design ermöglichen. Desgleichen tragen maßgeschneiderte Komfort-Auffanggurte mit voll einstellbaren Gurten, Schaumstoffpolsterung und feuchtigkeitsabführenden Materialien zu einem größeren Tragekomfort der Arbeiter bei – selbst wenn sie den ganzen Tag lang in der Höhe arbeiten. »Diese wesentlichen Innovationen sorgen für geringere Ermüdung, vereinfachen die Benutzung und Wartung des Produktes und erhöhen die Produktivität des Arbeiters«, so Platzer.

Mehr Schutz von Kante zu Kante
Viele Unfälle mit tödlichem Ausgang hätten nach Ansicht von Simon Platzer verhütet werden können, wenn denjenigen, die in der Höhe arbeiten, die richtige Ausrüstung sowie angemessene ­Informationen, Anweisungen, Schulung und Beaufsichtigung durch relevante, voll qualifizierte Personen gegeben worden wären, die für diejenigen, die in der Höhe arbeiten, verantwortlich sind.
Er appelliert daher_ »Sie sollten Arbeiten in der Höhe nur dann ausführen, wenn Sie sich auf einer geeigneten Plattform, einem Podest oder einem Gerüst befinden und die richtige Arbeitsausrüstung benutzen, wie Rückhaltesysteme oder Absturzsicherungen. Geeigneter Kantenschutz und ausreichende Beurteilungen sind ebenfalls wichtig für Dachdecker – ebenso wie sicherzustellen, dass Arbeiter, die den Randschutz installieren und die Arbeit beaufsichtigen, angemessen geschult wurden.«
Wo möglich, sollte immer eine Plattform unter dem Dach platziert werden, und die Arbeit auf oder in der Nähe von bruchanfälligen Dachoberflächen erfordere eine Kombination aus Gerüsten, Schutzgittern, Rückhaltesystemen, Absturzsicherungen und Sicherheitsnetzen. Abschüssige Dächer seien auch eine potenzielle Gefahr und erforderten ein Gerüst, um zu verhindern, dass Personen oder Materialien von oben herunterfallen. Randschutz und Schutzgitter sollten auch an die Traufen aller Dächer montiert werden.
»Wir wissen, was auf dem Spiel steht – wissen Sie es?«, fragt Platzer ganz bewusst_ »Denn die Ausrüstung, die Sie wählen und die Zeit, die Sie sich nehmen, um Ihre Absturzsicherungsvorkehrungen zu planen, und die Arbeit, die Sie investieren, um sicherzustellen, dass die für ihre Implementierung Verantwortlichen umfassend geschult sind – all dies sind wesentliche Schritte. Sie müssen immer daran denken, was auf dem Spiel steht. Unternehmen Sie genug, um zu verhindern, dass Sie oder jemand aus ­Ihrer Belegschaft eine weitere EU-OSHA-Statistik wird? Und ­holen Sie sich fachgerechte Beratung ein, um die Risiken zu minimieren.«




Das Unternehmen
Das US-Unternehmen MSA wurde im Jahr 1914 gegründet und ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von Sicherheitsprodukten, die Menschen und Gebäude-Infrastrukturen schützen. Viele Produkte von MSA beinhalten eine Kombination aus Elektronik, mechanischen Systemen und fortschrittlichen Materialien zum Personenschutz in gefährlichen und lebensbedrohlichen Situationen. MSA erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 1,2 Mrd. US-Dollar mit Fertigungsstätten in den USA, Europa, Asien und Lateinamerika sowie 42 internationalen Standorten.

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