Baustellen-Sicherheit

Innovatives und Visionäres für die Sicherheit auf der Arbeitsbühne

Mit der »innoVision« hat Gardemann Arbeitsbühnen das regelmäßig stattfindende und in Fachkreisen etablierte Arbeitssicherheitsforum in ein neues Format gebracht. »innoVision« bringt Fachkräften für Arbeitssicherheit, Arbeitsbühnen­bedienern und Entscheidern die ­Höhenzugangstechnik mit einem intensiven ­Praxisbezug näher.

Das Themenspektrum umfasst alle Aspekte rund um Arbeitssicherheit und Arbeiten in der Höhe und legt einen Fokus auf die Produktinnovationen der Branche. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung ist zudem der Dialog mit Herstellern und Dienstleistern. Bei der Auftaktveranstaltung, im industriellen Ambiente des Landschaftsparks Duisburg Nord, wurde so der Vision, wie das Arbeiten in der Höhe künftig noch sicherer, effizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden kann, Leben eingehaucht.
Rund 120 Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz – darunter Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Verbandsmitglieder, Entscheider aus Industrie, Handwerk, Kommunen und der Dienstleistungsbranche – kamen zur »innoVision«, um sich in puncto Sicherheit auf den neuesten Stand zu bringen, Hubarbeitsbühnen zu testen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu intensivieren. Im Umfeld des stillgelegten Hüttenwerks des Revierparks Nord – einem Denkmal deutscher Industriekultur – ließen sich Themen wie Maschineneinsätze, Instandsetzungsarbeiten, Produktivität, Arbeiten in der Höhe, Restaurations- und Revisionsarbeiten sowie das Thema Arbeitssicherheit miteinander verknüpfen.

Kompetente Vorträge und Rahmenprogramm

Sieben Vorträge zu den Themen Arbeitssicherheit, Technologie-Innovationen sowie dem Einsatz neuer Medien standen auf dem Programm. In einer begleitenden Ausstellung präsentierten die Referenten zudem das Portfolio ihrer Unternehmen. Auf dem Außengelände schlug Gardemann dann in imposanter Industrieatmosphäre den Bogen zur Praxis und setzte eine umfangreiche Produktpalette an Arbeitsbühnen in Szene. Hier konnten die Teilnehmer Höhenzugangstechnik zum Anfassen erleben und – unter Berücksichtigung der geltenden Sicherheitsvorschriften – das Ruhrgebiet aus luftiger Höhe betrachten.

Das Kunstwort »innoVision«

Geschäftsführer Dietmar Müller unterstrich für Gardemann, dass sein Unternehmen nach höchster Qualität strebe_ Aufgrund seiner Herstellerauswahl und des in der Lavendon-Gruppe international etablierten »TechX«-Programmes mit fest definierten Qualitätsstandards für Wartungs- und Reparaturprozesse sowie aufgrund der Tatsache, dass das Unternehmen größten Wert auf Arbeitssicherheit legt. »Wir leben Arbeitssicherheit in allen Unternehmensbereichen aktiv. Dies ist vor allem unseren engagierten Mitarbeitern geschuldet, für die das Thema Arbeitssicherheit ein ständiger und selbstverständlicher Begleiter ist«, so Müller. »Wir arbeiten permanent daran, unsere Prozesse so zu verbessern, dass Gefahrenpotenziale vermieden werden können. Deshalb ist die Ausbildung unserer Mitarbeiter und Kunden in diesem Bereich sehr fundiert und elementarer Bestandteil unserer Geschäftsaktivität.« Gardemann ist ein akkreditiertes »IPAF«-Partnerunternehmen (siehe Kasten »Service«). Ein wichtiger Aspekt sei, so Müller, zudem die enge Zusammenarbeit mit Fachverbänden und Herstellern.
Günter Burow vom VDSI, dem Verband der Sicherheitsingenieure Deutschlands, unterstrich diese Aussage und stimmte die Teilnehmer auf die Veranstaltung ein, die von Ingo Rose, dem Leiter strategisches Marketing und Initiator von »innoVision«, moderiert wurde.


»Wir leben Arbeits­sicherheit in allen Unternehmensbereichen aktiv. Dies ist vor allem unseren engagierten ­Mitarbeitern geschuldet, für die das Thema Arbeitssicherheit ein ständiger
und ­selbstverständlicher Begleiter ist.«
Dietmar Müller, Geschäftsführer Gardemann Arbeitsbühnen


Innovation wird zur Revolution
Uwe Strotmann (Leiter Gesamtvertrieb) und Nico Krekeler (Leiter Entwicklung und Konstruktion bei Ruthmann) widmeten sich in ihrem Vortrag dem Thema »Kundenanforderungen und deren Einfluss auf die Produktentwicklung«. So werden beispielsweise Maschinen mit möglichst großer Arbeitshöhe und guter Reichweite gefordert, aufgebaut auf einem 3,5-t-Lkw mit Euro-6-Fahrgestell. Mit dem »TB 290« habe Ruthmann dies im Vorjahr erreicht und gar einen Weltrekord von fast 29 m Arbeitshöhe erzielt. »Weitere Erfolgsfaktoren sind optimale technische Performance und intuitive Bedienung, damit die Fahrzeuge exakt auf die Anforderungen des Anwenders zugeschnitten sind«, so Strotmann. Hier sei der Erfahrungsaustausch zwischen Hersteller und Kunden wie Gardemann wichtig.
Krekeler wies auf technische Herausforderungen hin, wie Gewichtsbeschränkungen oder die Beibehaltung des Baukastenprinzips, und gewährte Einblick in aktuelle Entwicklungen, zu denen Elektroantriebe und Sicherheitsgurtsysteme zählen.

»Arbeitsschutz macht wettbewerbsfähig«
Unter dem Titel »Steile Vorlage – Starkes Image« brach Dunja Paterok (Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Mplus Managementgesellschaft zur Optimierung von Arbeitsbedingungen) eine Lanze für den Arbeitsschutz. Sie zeigte auf, wie wichtig es für Unternehmen ist, motivierte Mitarbeiter zu binden und langfristige Kundenbeziehungen zu knüpfen – angesichts der vielfältigen wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie beispielsweise digitale Transformation, demografischer Wandel und immer kürzer werdende Innovationszyklen. »Moderner Arbeits- und Gesundheitsschutz ist eines der entscheidendsten Kriterien bei der Wahl des Arbeitgebers und ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Er bringt die Anforderungen der Wirtschaft mit den Bedürfnissen der Menschen in Einklang, erhöht die Attraktivität des Arbeitgebers und kann zu einem starken öffentlichen Image beitragen«, so Paterok. Hier seien Einsatzbereitschaft und Flexibilität von Führungskräften gefragt, aber auch die der Beschäftigten, die geschult werden müssten. Mit zeitgemäßen Arbeitsschutzmaßnahmen könnten sich Unternehmen taktisch für die Aufgaben der Zukunft wappnen.

Querdenken für mehr Sicherheit

Jacco De Kluijver (Vice President Sales & Marketing bei Genie, Terex Global) konfrontierte das Plenum mit dem Hinweis »Sicherheit geht uns alle an«. Hersteller und Bediener hätten Sorge zu tragen, dass Höhenzugangstechnik entsprechend den Regularien des Arbeitsschutzes zum Einsatz kommt. Dabei erläuterte er, inwiefern die Sicherheit auf einer Kette von Verantwortlichkeiten basiert und wie diese in künftige Entwicklungen einfließen.
Das Ziel bei Genie, so De Kluijver, sei »Zero Harm« (Null Verletzungen). Dies würde auch permanent bei Produktneuerungen berücksichtigt, in welche auch das wichtige Kundenfeedback einfließt. Zudem spielten passive und aktive Sicherheitssysteme wie das neue »Genie Lift Guard«-Programm eine sehr wichtige Rolle, um die Sicherheit beim Einsatz von Arbeitsbühnen zu erhöhen, aber auch die Schulung der Bediener sowie die regelmäßige, qualifizierte Wartung und Inspektion der Maschinen.

Höhere Sicherheit durch Assistenzsysteme

Horst Bröcker (Vertriebsleiter und Schulungsbeauftragter, Palfinger Platforms) brachte in seinem Vortrag »Digitale Kommunikation und Assistenzsysteme« die Aufgabenstellung und Zukunftsvision von Palfinger in Sachen Arbeitssicherheit auf den Punkt. Das Arbeiten und Bedienen von Maschinen soll zukünftig noch sicherer gestaltet werden.
Dazu will das Unternehmen neue Technologien nutzen und Produktlösungen vorantreiben, die Bröcker anschaulich präsentierte: Von der 3D-Technologie über Virtual Reality, die das Unternehmen zur Entwicklung neuer Maschinen nutzt, bis hin zu innovativen Assistenzsystemen bei Palfinger Maschinen, die das Arbeiten in der Höhe zukünftig sicherer und effizienter gestalten können. Sein Fazit_ »Moderne und einfache, übersichtliche Bedienkonzepte erhöhen die Sicherheit.«

Unterstützung für die tägliche ­Arbeitssicherheit

Zum Abschluss der Vortragsreihe erläuterten Thomas Stock (Geschäftsführer Haulotte Hubarbeitsbühnen) und David Schubnel (Serviceleiter bei Haulotte), wie Assistenzsysteme ihres Unternehmens die tägliche Arbeit mit Hubarbeitsbühnen erleichtern können. Vorgestellt wurde beispielsweise die »Activ Shield Bar« zum Schutz vor Einklemmungen und Quetschungen, die heute in allen Haulotte-Gelenkteleskopen, die Gardemann im Einsatz hat, verbaut ist. Dabei richtet ­Hau­lotte den Blick nicht nur auf Fah­rer­assistenzsysteme, sondern insbesondere auf Assistenzsysteme, die die Beladung von Maschinen einfacher und sicherer machen, denn unterstützende, innovative Technik erhöht auch bei der Arbeit von Flottenmanagern und Transportmitarbeitern die Sicherheit und Effizienz.
Hierzu zählt beispielsweise das »Activ Lighting System«, das Haulotte als nach eigenen Angaben erster Anbieter und als Standard für alle Maschinen implementiert hat sowie das neue Start-Stop-System, das die Maschine in der Höhe abschaltet, während dort gearbeitet wird, sowie »Activ Screen«, ein On-­Board-Diagnosesystem, das den Servicetechnikern einen direkten Zugriff auf die Maschinenparameter und -diagnose gewährt.

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