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Zehn Jahre Kratos Safety

Ein wichtiger Meilenstein für Kratos Safety: Pünktlich zur A+A 2021 durfte der Spezialist für Absturzsicherungslösungen sein zehnjähriges Bestehen am Markt feiern. Genutzt hat das Unternehmen die Messe in Düsseldorf, um mit einer Vielzahl an Neuheiten aus dem Bereich PSAgA auf sich aufmerksam zu machen. Im Gespräch mit Jean-Paul Coudert, CEO bei Kratos Safety, erfuhr bauSICHERHEIT-Chefredakteur Dan Windhorst außerdem, wie wichtig die A+A für Kratos war, um nach der durch Corona bedingten Messeabstinenz endlich wieder persönliche Kontakte mit Anwendern, Händlern und Herstellern zu knüpfen. Gleichwohl stellte Jean-Paul Coudert klar, dass Großveranstaltungen wie diese prädestiniert dafür seien, um auf die vielen Gefahren beim Arbeiten in der Höhe aufmerksam zu machen und Anwender am Bau noch stärker für dieses Thema zu sensibilisieren.

Von Dan Windhorst

Seit der Gründung im Jahr 2011 konnte sich Kratos Safety als Teil der Karam-Gruppe mit innovativen Lösungen im Bereich PSAgA auch auf dem hart umkämpften deutschen Markt durchsetzen. Das Unternehmen mit Hauptsitz im französischen Heyrieux, südöstlich von Lyon, setzt auf anwendernahe Entwicklungen, die immer stärker auf individuelle Bedürfnisse am Bau und in der Industrie eingehen.

Derzeit, so Jean-Paul Coudert, sei Kratos mit rund 60 Prozent im Bau- und mit 40 Prozent im Industriesektor vertreten. »Unsere Produkte überzeugen durch die hohe Anwenderfreundlichkeit, durch unseren kundennahen Service und die stetige Weiterentwicklung.« Gerade in Zeiten von Corona, so der Kratos-CEO weiter, habe sich trotz erschwerter Bedingungen gezeigt, dass die eigenen Produkte stark nachgefragt werden. »Das begründet sich natürlich auch darin, dass die Baubranche über die gesamte Zeit hinweg auf unser Equipment angewiesen war, um den Motor am Laufen zu halten.« Nichtsdestotrotz musste allerdings auch Kratos Safety einige Rückschläge hinnehmen. So habe beispielsweise die Logistik und Materialbeschaffung unter der Pandemie gelitten, was zu höheren Materialpreisen und weniger Planbarkeit führte. »Unterm Strich konnten wir jedoch von guten Geschäften profitieren und sehen weiteres Wachstum, was uns damit auch optimistisch für das kommende Jahr macht«, urteilt Coudert.

Optimistisch zeigte sich der Geschäftsführer zudem bei der Präsentation der neuesten Kratos-Entwicklungen: Mit dabei waren unter anderem neue Höhensicherungsgeräte, Rettungskonzepte und Werkzeughalterungen, die dem Fachpublikum der A+A vorgestellt wurden.

Höhensicherungsgerät bremst automatisch ab

Zu den vorgestellten Neuheiten zählte unter anderem das Höhensicherungsgerät »Kronos«. Es wurde nach DIN EN 360 zertifiziert und erfüllt damit die Prüfparameter sowie Anforderungen für Höhensicherungsgeräte mit einziehbarem Verbindungsmittel. »Ausgelegt ist das System auf ein maximales Anwendergewicht von 140 kg. Zudem haben wir das System mit einem zehn Meter langen Stahlseil ausgestattet«, so Christopher Koch, Salesmanager DACH bei Kratos Safety. Das Gehäuse sei zudem aus robustem, aber leichtem Polyamid gefertigt, weshalb das »Kronos« laut Kratos-Experten samt Gehäuse und Seil rund 4,8 kg wiege. »Das geringe Gewicht begründet sich in der ohnehin kompakten Bauweise und letztlich auch darin, dass wir die Karabinerschnallen aus Aluminium fertigen«, fügte Koch an. Die Besonderheit des neu konzipierten Höhensicherungsgeräts sieht er im speziellen Mechanismus: »Aufgrund des Slow-Retraction-Kabels fährt es in kontrollierter Geschwindigkeit ein und bremst automatisch ab.« Geeignet sei das Gerät daher für die Installation unter der Decke oder bei Arbeiten mit längeren Seilauszügen, wo etwa der Rücklauf nicht mit der Hand gesteuert werden könne. »Die Automatisierungsfunktion schützt den inneren Mechanismus und kann die Lebensdauer des Höhensicherungsgeräts verlängern.« Grundsätzlich, so Christopher Koch weiter, solle »Kronos« die Produktivität und Funktionalität steigern und Arbeitsabläufe gezielt vereinfachen. Erhältlich ist die Neuentwicklung aus dem Hause Kratos zu Beginn des kommenden Jahres. Ebenfalls vertreten waren am Stand von Kratos Neuheiten wie das »Helixon-S«-Höhensicherungsgerät mit zehn Meter langem Stahldrahtseil und automatischem Rückzug sowie dessen Pendant »Olympe« mit Aluminiumgehäuse und verzinktem Stahlseil, das über eine Länge von 15 m verfügt.


Werkzeug am Bau unkompliziert sichern

Ein Thema, das bei Kratos Safety im Zuge der A+A ebenfalls einen hohen Stellenwert genoss, war die Entwicklung von Werkzeughalterungen. »Mit unseren Lösungen möchten wir auf die Gefahren durch herabfallendes Werkzeug hinweisen und die Branche für dieses Thema sensibilisieren«, so Jean-Paul Coudert. Tatsächlich können Gegenstände wie ein Hammer oder Schraubenschlüssel aus der Höhe zum tödlichen Geschoss werden: Fällt das Werkzeug ungesichert zu Boden und sind keine Sicherungen wie etwa Netze oder Sicherheitszonen vorhanden, können die Folgen mitunter tragisch sein. Gleichzeitig, so Coudert, führe das Herabfallen zwangsläufig auch zu Beschädigungen am Werkzeug, weshalb die Kosten sowie der Verlust wertvoller Arbeitszeit weitere Gründe für die Verwendung professioneller Werkzeugsicherung seien.

Herunterfallen von Werkzeug vermeiden

Bei Arbeiten in der Höhe reicht es schlichtweg nicht aus, den darunter befindlichen Bereich abzusperren. Grundsätzlich, so sind sich Experten einig, müsse vielmehr dafür gesorgt werden, dass mitgeführtes Werkzeug erst gar nicht herunterfallen kann. Denn im Fall der Fälle schützt selbst ein vorhandener Absperrbereich oder das Tragen von Schutzhelmen nicht vor Verletzungen oder gar tödlichen Unfällen. Abhängig vom Gewicht des jeweiligen Gegenstands sowie der Höhe, aus der dieser hinabfällt, entwickelt sich ein Hammer, ein Schraubenschlüssel oder eine Taschenlampe schnell zu einem hochgefährlichen Geschoss.

Präventionsarbeit leisten und das Risiko kennen

Grundsätzlich gilt, die Mitarbeiter gezielt zu schulen und auf derlei Gefahren aufmerksam zu machen. Gegenstände, die für den Transport zum hoch gelegenen Arbeitsplatz mitgeführt werden, sollten entweder in sicher verschlossene Behälter gelegt oder mittels Werkzeughalterungen befestigt werden. Clips, Tape oder Trageschlaufen sind so konzipiert, dass sie das jeweilige Werkzeug zuverlässig fixieren. Darüber hinaus sollten Höhenarbeiter immer darauf achten selbst Gegenstände wie das Smartphone oder Funkgeräte stets so aufzubewahren, dass sie ebenfalls permanent gesichert sind. Darüber hinaus sollten die Verantwortlichen Sorge dafür tragen, dass die Möglichkeit herunterfallender Gegenstände auch in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt wird. So lassen sich Maßnahmen ergreifen, um Risiken wie diese zu erkennen und zu beseitigen. Gleichwohl muss der Arbeitgeber das notwendige Equipment zur Verfügung stellen. Auch das Anbringen eines Sicherheitsnetzes unter den in der Höhe arbeitenden Personen wird von Experten empfohlen. Laut DGUV kommt es jedes Jahr zu tausenden Unfällen durch herabfallende Gegenstände – zahlreiche Menschen verlieren dabei sogar ihr Leben. Aktuell rechnet die DGUV damit, dass knapp zehn Prozent aller tödlichen Unfälle pro Jahr durch fallende Gegenstände passieren. Nicht zu unterschätzen seien außerdem jene, die dadurch schwer verletzt werden und/oder arbeitsunfähig geworden sind. Tatsache ist, dass bereits bei einer Fallhöhe von knapp zwei Metern und einem Gewicht von 0,5 kg eine Person durch einen herabfallenden Gegenstand erhebliche Schäden erleitet. Und auch der Radius spielt in der Höhe eine Rolle: Fällt ein etwa 3,7 kg schwerer Schraubenschlüssel aus einer Höhe von 14 Metern in die Tiefe und prallt sechs Meter seitlich ab, so fliegt dieser bis zu 20 Meter zur Seite – bei einer Fallhöhe von 70 Metern schleudert der Gegenstand dann sogar bis zu 130 Meter weit.

Im Sortiment hat Kratos derzeit verschiedene Lösungen wie Stretch-Verbindungsmittel, Ringanhänger, Armband-Verbindungsmittel, ausziehbare Sicherungsleinen mit Karabinern sowie Spiralbänder, Drahtschlaufen und komplette Werkzeughalter-Sets, die allesamt darauf ausgelegt sind, das gewünschte Werkzeug zuverlässig zu sichern. Gleichzeitig sind die Kratos-Lösungen so entwickelt, dass sie ein Vielfaches dessen aushalten, was sie in der Realität leisten müssen, um den hohen Materialanforderungen und Sicherheitsaspekten gerecht zu werden. Die Anwendung ist denkbar einfach: Je nach System wird das Werkzeug mittels Karabiner eingehängt, mithilfe von Schlaufen festgezurrt oder mit selbst verschweißendem Gummiband befestigt und dann an der PSA gesichert.

Profi-Equipment für die sichere Rettung

Und auch das Thema Rettung stand für Kratos Safety in Düsseldorf auf dem Plan. So hat das Unternehmen ein spezielles Rettungskonzept entwickelt, das kompakt in einem Rucksack zusammengefasst ist. »Dabei handelt es sich um eine kostengünstige Lösung, die sich einfach bedienen und verstauen lässt«, so Christopher Koch. Enthalten ist eine sechs Meter lange Strickleiter aus besonders robustem Material samt Nachsicherung. „Gedacht ist das Konzept zur Rettung von Personen, die bei Bewusstsein sind. Ein großer Vorteil der Strickleiter ist, dass die zu rettende Person weniger Stress ausgesetzt wird, da sie über die Strickleiter wieder problemlos aufsteigen kann und ein Hängetrauma vermieden wird«, ergänzte Koch. Mit Inhalt kommt der Rucksack auf ein Gesamtgewicht von 3 kg, weshalb diese Rettungslösung einfach zu verstauen und mitzuführen ist.

Eine Vielzahl an neuen Produkten vorgestellt

Nutzen konnte Kratos Safety die A+A allerdings auch, um auf seine bewährten Sicherheitslösungen sowie sinnige Erweiterungen aufmerksam zu machen, die erst kürzlich auf den Markt gebracht wurden. Dazu gehören beispielsweise eine neue Variante des »Easysafeway«, ein mobiles Davit-System für die Behälterbefahrung mit großer Öffnung, oder der sogenannte »Crossloop«: Bei Letzterem handelt es sich um ein Sicherungssystem, dass für die Installation auf Plattformen, Brücken oder horizontalen Flächen aus Stahlgitter mit einer Mindestmaschengröße von 30 x 30 mm vorgesehen ist. Der »Crossloop«, so Christopher Koch, wurde für die Verwendung mit einem Auffangsystem konzipiert, kann aber genauso gut auch mit einem Rückhalte- oder Positionierungssystem verwendet werden. Der »Crossloop« besteht aus einem Polymergehäuse mit aluminiumverstärkter Platte sowie einer Verankerungsachse aus Stahl. Dazu kommt eine Seilschlinge zur Verankerung, die an einem Ende mit einer gekämmten Schlaufe versehen ist. Enthalten sind drei verschiedene Längen von Drahtseilschlingen mit 250 mm, 500 mm und 750 mm sowie ein 8,5 m langes Seil, wodurch die Installation des Auffangsystems erleichtert werden soll.dc

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