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Skylotec: Sicheres Duo: Seilwinde und Schienensystem im Zusammenspiel

Gebäudereiniger müssen bei ihrer Arbeit oftmals hoch hinaus – etwa dann, wenn die Glasfassade eines Hochhauses gereinigt werden muss.

Dazu nutzen sie hauptsächlich Fassadenlifte und Hubarbeitsbühnen. Komplexe Fassadenstrukturen erschweren jedoch ihre Anwendung. Wie sich dieses Problem mithilfe der Kombination aus einer Personen-Seilwinde und einem Schienensystem lösen lässt, zeigt Skylotec.

Moderne Unternehmensgebäude oder Hotels heben sich mit einer verwinkelten Struktur von anderen Bauten ab. Mit dieser Optik geht oftmals ein kompliziertes Reinigungsverfahren einher. Meist nutzen Beschäftigte Fassadenlifte, wenn Gebäudefassaden gereinigt werden müssen. Doch sind die Strukturen zu komplex oder müssen Tätigkeiten an exponierten Stellen ausgeführt werden, sind die Lift-Befahranlagen für den Einsatz ungeeignet. Ein weiterer Nachteil dieser Anlagen ist ihre kostspielige Anschaffung und Instandhaltung. Auch der Einsatz von Hubarbeitsbühnen ist oft nicht möglich, weil keine ausreichend große Stellfläche vorhanden ist. Verantwortliche müssen daher bereits bei der Planung der Gebäude berücksichtigen, durch wen und wie die Fassade zukünftig gereinigt wird.

Die Kombination macht’s

Vor dieser Aufgabe stand auch Daniel Schneider. Er ist Bauingenieur und als Betriebsleiter bei BBF Real Estate beschäftigt, einem Dienstleister der Ehrhardt+Partner-Gruppe. Dort ist er verantwortlich für die Neubaubetreuung und Objektinstandhaltung des Logistikexperten Ehrhardt+Partner, der jüngst ein neues Verwaltungsgebäude errichtet hat. »Durch die komplexe Lage des Verwaltungsgebäudes, die eine komplette Umfahrung oder Andienung der Gebäudefassade, vor allem im Bereich der innenhofähnlichen Terrassenausbildung, ausschließt, standen wir vor der Herausforderung, dass gängige Methoden wie etwa eine Lift-Befahranlage für die Reinigung der Fassade nicht in Frage kamen«, so Schneider.

Stattdessen setzt die Firmengruppe auf maschinell unterstützte Seilarbeit. Bei dieser Lösung wird die akkubetriebene Personen-Seilwinde »ACX« mit dem fest installierten Schienensystem »Skyrail« kombiniert. Diese Konstellation sorgt für durchgängigen Schutz und Bewegungsfreiheit bei der Gebäudereinigung in der Höhe – selbst an komplexen Fassadenstrukturen. Dazu wird das Schienensystem horizontal oben an der Attika montiert. Mit einem überfahrbaren Schienensystem hat der Beschäftigte die Möglichkeit, sich mit seinem Verbindungsmittel entlang der Schienen zu bewegen. Mit dieser permanenten Absturzsicherung sind Höhenarbeiten auch über längere Distanzen sicher bei gleichzeitiger Bewegungsfreiheit möglich.


Keine Muskelkraft nötig

Wenn es durch verschiedene Verbindungs- und Kurvenelemente flexibel an das jeweilige Arbeitsumfeld angepasst werden kann, können sich Gebäudereiniger auch in schwer zugänglichen Bereichen unkompliziert sichern. An dieses Schienensystem schlägt der Gebäudereiniger die Seilwinde über ein Seil und einen Karabiner mit einem leicht gleitenden Läufer an. Ein zweites Seil wird als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) mit einem mitlaufenden Auffanggerät gemäß EN 353-2 verwendet. Hat sich ein Gebäudereiniger einmal befestigt, kann er sich ohne Einsatz seiner Muskelkraft und zuverlässig gesichert entlang der Fassade in die gewünschte Arbeitsposition bewegen. Dabei muss er einen Auffanggurt tragen, der nach EN 361 und EN 813 zugelassen ist. Über einen Hebel kann der Gebäudereiniger die Geschwindigkeit beim Auf- und Abfahren je nach Bedarf regulieren – von 0 m/Min bis 24 m/Min.

»Mit dieser sicheren, effizienten und flexiblen Lösung kommen die Gebäudereiniger nun an alle Stellen der Fassade, die wir auch unter Zuhilfenahme einer Hubarbeitsbühne nicht erreichen könnten«, erklärt Daniel Schneider den Vorteil. Überdies können mit der Seilwinde auch innenliegende Fassaden befahren werden, beispielsweise in Gebäuden mit hohen Fensterfronten.

Praktische Fernbedienung

In puncto Arbeitssicherheit bietet die Kombination aus horizontalem Schienensystem und akkubetriebener Seilwinde laut Skylotec, dem Hersteller von Absturzsicherung aus Neuwied, weitere Vorteile: Sie führt beim Einschalten einen Selbsttest durch und zeigt mittels Farbsymbolik den aktuellen Modus des Arbeitsgeräts an. Leuchtet die LED-Anzeige im »ACX« grün, ist die Seilwinde einsatzbereit. Erscheint ein rotes Licht, wurde ein Fehler festgestellt; eine Überprüfung ist erforderlich. Leuchtet die Anzeige hingegen blau, wird die Seilwinde durch eine Fernbedienung betrieben – das Gerät kann von einer Person am Boden kontrolliert werden, die in Sichtweite des Geräts steht. Die Fernbedienung hat eine Reichweite von 150 m und hebt bei Verwendung die Steuerung der Seilwinde auf. Auf diese Weise kann eine Person am Boden einen Kollegen an der Fassade auf- und abfahren. Dies kann erforderlich sein, wenn der Betroffene selbst nicht mehr dazu in der Lage ist – etwa durch ein medizinisches Problem.

Details für mehr Sicherheit

Das »ACX« bietet weitere Mechanismen, die dem Anwender die Bedienung erleichtern. Etwa die eingebaute Sicherheitselektronik, die die Ladestände, Temperatur und Energieabgabe der Akkus überwacht und regelt. Bei Überhitzung oder Überladung schaltet das System den Akku vorübergehend aus, um eine Beschädigung zu verhindern – und damit eine gefährliche Situation für den Anwender, wenn er das Gerät benutzt.

Um den Transport zu erleichtern, verfügt die Seilwinde bei kompakter Bauweise über ein vergleichsweise geringes Gewicht bis etwa 13 kg. Sie ist für das Heben von Personen und Lasten mit einer zulässigen Nutzlast von 200 kg geeignet. Um das Gerät vor Beschädigungen zu schützen, verfügt es über die IP-Schutzklasse 55, sodass Staubablagerungen im Innern und Strahlwasser aus allen Richtungen wie etwa Regenwasser, keine Gefahren darstellen.     m

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